Freitag, 24. Februar 2006

Bissl Kunst (3)

Bissl Kunst (3)
Okay, meine Überschriften waren schonmal kreativer. Langsam wird ne Gallerie fällig. Und ich finde, ich mach mich langsam echt gut, Clare rechts ist mir so richtig klasse gelungen, zumal sie mein erstes Werk ist, das über ein Portait hinausgeht. Besten Dank an Witchblade #93 an dieser Stelle, das über mehrere Seiten hinweg eine Sara Pezzini im Bikini zeigte und somit wunderbar als Referenz herhalten konnte.

Außerdem hab ich meine tolle Gliederpuppe (danke an Falk und Susel) zur Hilfe genommen, um erstmal ohne das Foto die Proportionen und die Position hinzukriegen. Ging noch nicht ganz so toll, hab letztendlich für die Grobaufteilung doch mehr die Vorlage als die Puppe verwendet, aber ich übe weiter.

Nicole DeBoer links ist mir nicht ganz so dolle gelungen, man erkennt sie irgendwie nicht. Damn. Vielleicht mach ich da mal ein neues. Gibt nur sowenig gute Fotos von ihr im Netz... und zweimal dasselbe Motiv mag ich nicht nehmen.

Als nächstes knöpf ich mir entweder Teryl Rothery oder Claudia Christian vor, vllt. aber auch Monika. Ist anatomisch reizvoller. Rein künstlerischer Aspekt, versteht sich. ;).

Sonntag, 22. Januar 2006

Bissl Kunst (2)

Um auch den letzten noch nicht von mir persönlich ausprobierten Arbeitsschritt im Comic-Bereich anzutesten, hab ich mal bissl mit mit der Kolorierung rumprobiert. Ergebnis ist eine farbige Michelle rechts :) Bin wieder mal schwer begeistert von mir (okay, und von der Software), das sieht ja richtig gut aus und hat gar nicht so wahnsinnig viel Arbeit gemacht.

Mal gucken, was ich da noch so hinkriege, mit den Haaren bin ich noch nicht so ganz zufrieden...

Samstag, 24. Dezember 2005

Spotlight: Supreme Power


Joseph Michael Straczynski. Ja, den Namen wollte ich nur mal fix am Anfang hinschreiben, damit hier auch brav weitergelesen wird, denn wir beginnen eigentlich ganz woanders: Bei den Helden des DC-Universums, deren mächtigste sich unter dem Namen Justice League of America - kurz JLA - zusammengeschlossen haben, um die übelsten Bedrohungen zu bekämpfen. Marvels Pendant waren die ruhmreichen Rächer, die Avengers. Trotzdem kam irgendjemand im Haus der Ideen mal auf die Idee, eine augenzwinkernde Kopie der JLA zu basteln: Die Squadron Supreme. Hyperion (ein Superman-Verschnitt), Nighthawk (Batman), Whizzer (Flash), Doctor Spectrum (Green Lantern), Power Princess (Wonder Woman) und andere Kopien durften ihre Abenteuer - abgesehen von ein paar Intermezzi mit den Avengers - jedoch in einer Art Parallel-Universum erleben, was sich der 1997 verstorbene Marvel-Editor und Autor Mark Gruenwald 1985 zunutze machte, um eine 12-teilige Mini-(oder wohl eher Maxi-)Serie zu schreiben, die heutzutage als eine der Vorreiter zu Alan Moores "Watchmen" zählt, eines DER Werke, die das (Superhelden-)Genre revolutionierten.

In der 12-teiligen Squadron Supreme Serie beschliessen die namensgebenden Helden (die übrigens die einzigen Superhelden ihrer Welt sind), ihre Welt zu verbessern, indem sie sie übernehmen und zu einem Utopia umformen. Was gut gemeint war, geht natürlich gründlich in die Hose, die Squadron trennt sich, ein paar sterben... Am Beispiel der Squadron sieht man, wie sich die beiden Verlagshäuser DC und Marvel gegenseitig "befruchten": DC begann nach dem Erfolg der Squadron, seine eigenen JLA-Mitglieder zu verändern, so wich die Friede-Freude-Eierkuchen-Freundschaft zwischen Batman und Superman dem heutigen Disput der beiden als gegensätzliche Extreme des Heldentums, wie er (u. a.) in der aktuellen Serie Superman & Batman portraitiert wird.

Warum erzähle ich das alles, und was zum Teufel hat das mit J.M. Straczynski zu tun, wird sich der ein oder andere fragen. Ganz einfach: Der Autor zeigt sich für einen aktuell äußerst erfolgreichen Reboot der Squadron unter dem Namen Supreme Power verantwortlich. Dabei geht JMS noch ein paar Schritte weiter und setzt seine Squadron in eine Welt, die sich von der unsrigen nur in einem einzigen Detail unterscheidet: Vor 20 Jahren stürzte ein UFO vom Himmel, das ein Baby mit außergwöhnlichen Kräften ethielt. Und so zeigen die ersten sechs Hefte (zusammengafsst im ersten TradePaperback "Contact"), wie das Kind von der Regierung aufgezogen wird, um unter den verschiedenen Regierungen der letzten Jahre entweder zur Geheimwaffe im ersten Irak-Krieg oder später als Mark "Hyperion" Milton zum Vorzeige-Helden der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Fast nur am Rande lernt der Leser wenige andere "besondere" Menschen kennen, etwa einen schwerreichen Afro-Amerikaner, dessen Eltern vor seinen Augen von einem weissen Rassisten ermordet wurden, und der nun in einem High-Tech-Anzug als Nighthawk durch die Nacht zieht, um Verbrecher zu jagen, die es auf schwarzhäutige Opfer abgesehen haben (und dabei ergo selbst Rassist ist). Oder einen willensstarken Soldaten, der die Energiequelle des UFOs - in Form eines schimmerndes Kristalls - beherrschen soll und dabei nach jahrelangem Koma ungeahnte Kräfte erhält. Da ist das Baby, das in der Nacht des Absturzes geboren wird und von der entsetzen Mutter ins Wasser geworfen wird, da es offenbar mehr Amphibie als Mensch ist; und der junge Mann, der in 15 Minuten drei Bundesstaaten zu Fuß durchqueren kann. Zu verraten, was in den nächsten 12 Heften vor sich geht, würde die Spannung verderben.


Bemerkenswerterweise existiert die Squadron selbst auch nach 18 Heften (bzw. 3 TPBs) nur im Ansatz. Straczynski nimmt sich extrem viel Zeit, seine Charaktere einzuführen und es dauert bis zu Heft 13, daß sie überhaupt eine Art gemeinsame Heldentat vollbringen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Hyperion und den Leuten der amerikanischen Regierung und des Militärs, die ihn manipulieren (wollen), was mit einem Realismus einhergeht, der im Superhelden-Genre seinesgleichen sucht. JMS arbeitet erneut mit Gary Frank zusammen, der schon sein "Midnight Nation" zeichnete. Da die ersten 18 Hefte unter Marvels Erwachsenen-Label MAX erschienen, konnten sich beide auch ordentlich austoben: JMS schreckt nicht davor zurück, reale Präsienten zu nicht unbedingt in einem positiven Licht erscheinenden Akteuren zu machen und in "Projekt Hyperion" einzubeziehen, Power Princess (die hier Zarda heisst) darf seitenlang - frontal nudity alarm ! - nackt umherflanieren, und ein brutaler Serienkiller ein furchtbares Gemetzel in einem Kaufhaus veranstalten.

Supreme Power ist keine leichte Kost, JMS schreibt wieder sehr ausufernd und viel, ich würde den Textgehalt und die damit verbundene Lesedauer eines Heftes locker auf das doppelte eines "normalen" Comics ansetzen wollen (also das vierfache eines durchschnittlichen Top Cow -Heftes) - was ich natürlich immer eher als Pluspunkt deute, zumal es kein leeres Claremont Gewäsch (Caption: "Sabretooth holt zu einem rechten Haken aus, um Wolverine zu fällen." Sabretooth: "Sieh, Wolverine, ich schlage jetzt mit rechts zu! Du wirst fallen! Fort mit Schaden! " *mit rechts zuschlag, aber daneben hau* Caption: "Doch Wolverine weicht aus!" Wolverine: "Haha, Dein rechter Haken nutze Dir nichts, du fiese Möpp, ich wich aus!" Sabretooth: "Verdammt, er ist ausgewichen!" [..] ) ist, sondern da auch wirklich einiges an Handlung und Charakterisierung dahintersteht.

Die Serie wurde mit der Nummer 18 beendet und soll im Frühjahr mit einer neuen Nummer eins fortgesetzt werden - allerdings unter dem Marvel Knights Label, bei dem sich zumindest Frank wohl etwas mehr zurückhalten muss (schade). Mittlerweile existieren auch drei sechsteilige Miniserien zu Doc Spectrum, Nighthawk und Hyperion, die ich allerdings noch nicht gelesen habe. Nicht alle wurden von JMS geschrieben, allerdings hat er die Autoren höchstpersönlich ausgewählt.

Wer dem Medium Comic nicht komplett abweisend gegenübersteht, aber bisher mit "Superhelden-Kram" nichts anzufangen wusste, sollte einen Blick oder auch zwei riskieren - selten waren Superhelden so real wie in Supreme Power. Und für den alteingesessenen Fan isses aufgrund der "anderen" Sicht auf Superhelden eh ein modernes Meisterwerk, das allerdings doch ab und an etwas an JMS' Epos "Rising Stars" erinnert.

Supreme Power Vol 1: Contact
Supreme Power Vol 2: Powers & Principalities
Supreme Power Vol 3: High Command

oder auf deutsch

MAX 3: Supreme Power 1
MAX 5: Supreme Power 2
MAX 8: Supreme Power 3

Montag, 12. Dezember 2005

Betriebshalt

Bahnfahren ist nicht immer spannend, eigentlich eher stinkelangweilig, vor allem früh am Morgen, wenn das ganze Abteil (okay, eigentlich nur die schläfrige Mitfahrerin) am Pennen ist. Aber mit ein bisschen (blühender) Phantasie...

Seit gestern, glaub ich, gibt's neue Fahrpläne bei der DB, was für mich bedeudet, daß ich eine ganze - jaha, eine GANZE!!! - Minute länger schlafen kann, da der Zug nach Berlin erst um 6:21 am vor aufgeregtem Leben pulsierenden Chemnitzer Bahnhof abfährt. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, denn es gibt etwas spannendes neues in der Deutschen Bahn zu erleben, den... *trommelwirbel* BETRIEBSHALT. (Ja, den mag's vorher auch schon gegeben haben, aber ich hab zum ersten Mal einen bewusst erlebt). Aber der Reihe nach.

Die erste Stunde der Fahrt verlief gewohnt belanglos. Das Fräulein Mitbewohnerin wollte bis zum Einschlafen unterhalten werden, Fahrkartenkontrolle, langweilig draussen - das übliche halt. Es ging also alles harmlos los, in einer Alltagssituation... als urplötzlich der Zug stoppte. Okay, nix neues bis hierher, zumindest für den geübten Bahnfahrer. Schreckhafte Mütterchen, die ob des unplanmässigen Haltes (nein, es war kein Bahnhof in Sicht) in schiere Panik verfallen, seien mal außen vorgelassen. Doch etwas war.... anders... dieses Mal. Man spürte dieses Kribbeln in der Luft, dieser Halt musste etwas GANZ besonderes sein. Und so wartete ich angespannt darauf, dass etwas passierte. Nach minutenlangen bangen Wartens dann... die Erlösung, die Aufklärung, die Erleuchtung in Form einer Durchsage: "Meine Damen und Herren, der FAHRPLANMÄSSIGE BETRIEBSHALT in Herzburg wurde vorgezogen nach Falkenburg. Die Fahrt wird in wenigen Minuten weitergehen, dafür werden wir in Herzburg NICHT halten müssen. Bleiben Sie ruhig." (Okay, den letzten Satz hab ich jetzt dazu erfunden ;o) )

Meine Güte, ein FAHRPLANMÄSSIGER BETRIEBSHALT! VORGEZOGEN! Ich war in heller Aufregung. Was mochte wohl ein Betriebshalt sein? Weit und breit war kein Betrieb zu sehen, soviel stand fest. Betrieben wurde auch nichts, sonst wären wir ja gefahren. Und wieso konnte der so einfach vorgezogen werden? Meine Welt lag in Trümmern. Kurz darauf rauschte ein Zug auf dem Nebengleis vorbei um mich vollends zu verwirren. Wenn der sagenumwobende Betriebshalt fahrplanmässigerweise in Herzburg war, was war dann mit diesem Zug, den wir dann wohl erst dort hätten passieren lassen müssen? Kam er aus der Zukunft, wir aus der Vergangenheit, ist der ominöse "Betreiber" oder "Betrieb" eine kosmische Instanz zur Verhinderung paradoxer Zeitschleifen, wegen der wir halten mussten? Der Zugschaffner wollte es nicht verraten. Angespannt wartete ich die weitere Fahrt ab, bereit, einer unendlichen Krise ungeahnten Ausmasses beim Passieren von Herzburg gegenüberzutreten. Während ich mir ausmalte, wie wir uns selbst während eines erneuten Betriebshaltes in einem heranrauschenden Zug im Fenster erspähen würden und das Universum wegen dem vorgezogenen Halt in sich kollabieren würde, passierten wir Herzburg ohne Halt. Puhh.

Doch die kosmische Krise ging nicht ganz ohne Auswirkungen an uns vorüber, vor allem nicht am Schaffner. Als wir mit ca 20 Minuten Verspätung - ihr seht, die Zeit selbst war schon aus den Fugen geraten - einige Kilometer vor Berlin Ostbahnhof waren, packte den Schaffner die Euphorie: Obwohl er wenige Minuten vorher mit größtem Bedauern mitteilte, daß der Anschlusszug nach Hamburg in Berlin nicht warten könne, ließ er folgendes verlautbaren: "Meine Damen und Herren, ich habe eine erfreuliche Nachricht für sie: Der Zug nach Hamburg konnte doch warten...". Doch die Entität des Betriebshaltes schlug erbarmungslos zurück und mitten im Satz schwenkte der dem Wahnsinn anheim fallende Schaffner enttäuscht um: "... nein, ich bekomme gerade eine Nachricht - doch nicht. Der Zug konnte doch nicht warten." Wenn schon hartgesottene Untertanen des legendären Betriebshaltes die Auswirkungen dieser Zeit-Anomalien spüren, wie muss es dann dem armen Passagier erst ergehen? Denkt beim nächsten Betriebshalt daran....

P.S. vom 13.12.: Die Krise ist nicht überwunden, heute morgen gab es einen UNPLANMÄSSIGEN Betriebshalt der Berliner Strassenbahnlinie M4 zum Alexanderplatz (gut, sie hat halt sehr lange gehalten an der Kreuzung und die nachfolgenden Bahnen stauten sich schon). Das erste Mal, seit ich in Berlin bin. Das kann kein Zufall sein... *Akte X-Melodie pfeif*

Sonntag, 4. Dezember 2005

FAZ-Comic Klassiker #7: Batman


Dieser dem dunklen Ritter Gothams gewidmeten Band würde ich als den bisher kontrastreichsten der Reihe bezeichnen wollen. Okay, auch bei Superman bekam der Leser Einblick in Golden-Age-, Silver-Age- und den modernen Superman, allerdings behaupte ich mal frech, daß die Änderungen in der Figur des Stählernen an sich über die Jahre nicht so derbe waren, wie die des Batmans. Aber der Reihe nach.

Nach einem IMO sehr lesenswerten Vorwort bietet sich uns ein ähnliches Bild wie im Superman-Band: In "Der Bat-Man - Der Fall des chemie-Syndikats" (Detective Comics #27, 1939) erleben wir Batmans ersten Auftritt in bester Golden Age Manier. Man beachte, wie brutal der dunkle Rächer vorgeht, indem er einen der Verbrecher eiskalt in tödliche Säure stürzen lässt - etwas, was der heutge Batman nie verwinden könnte. In der nächsten Geschichte (aus Detective Comics #33) lernen wir auch seine allseits bekannte und oft nacherzählte Herkunftsgeschichte kennen und daraufhin seinen größten Widersacher, den Joker, und seinen getreuen Sidekick Robin I (der mittlweile seinem Mentor entwachsen und als "Nightwing" sowohl solo als auch im Team als Anführer der aktuellen Inkarnation der "Outsiders" zusammen mit anderen ehemaligen Sidekicks und "Teen Titans"-Kameraden unterwegs ist. Netterweise ist der aktuelle Robin III auch Mitglied der aktuellen Teen Titans... ich liebe das verzahnte DC-Universum :)).

Und schon landen wir wieder im tiefsten Silver Age mit einer dreiteiligen Geschichte aus dem Jahre 1963, die dämlicher nicht sein könnte. Wer die Silver-Age-Story um Supermans "Tod" schon doof fand, wird hier sterben vor Lachen. Ich will auch gar nicht weiter auf den Inhalt eingehen, aber man sieht, wie populär zu dieser Zeit die TV-Serie mit Adam West als lustiger Batman war. Batman als um Robin besorgter Hampelmann im Weltraum... eieiei, bin ich froh, daß man bald wieder zum düsteren Rächer zurückkehrte.

Nachdem man sich die Lachtränen des Golden- und Silver-Ages weggewischt hat, kriegt man erstmalig in diesem Band einen Batman zu sehen, der eher der planende Detetktiv, denn der knallharte Killer des Golden Age (obwohl natürlich auch dort der Detektiv-Aspekt beleuchtet wurde) oder die hüpfende Witzfigur des Silver Age ist. In dem 3-Teiler lernen wir wichtige Figuren aus Batmans Umfeld kennen: Matches Malone, eine bis heute wichtige Tarnidentität Batmans, Ra's Al Ghul, den mörderischen Despoten und seine Tochter und Bats' Love-Interest Talia. Ich muss zugeben, Ra's nie so sonderlich interessant gefunden zu haben, insofern hat mich diese Geschichte nicht ganz so vom Riemen gerissen, natürlich trotzdem noch ein Riesenfortschritt zu "Oh nein Robin, ohne Dich will ich nicht leben!"-Batman im vorherigen Kapitel. Die letzten beiden Teile der Geschichte zeichnete außerdem Neal Adams, der zusammen mit Autor Dennis O'Neill nicht nur Batman wieder zurück auf den "dunklen Pfad" (und somit weit weg vom lustigen Bats) brachte, sondern mit dem selben Partner auch für den umstrittenen Green Lantern / Green Arrow Run "Hard Travelling Heroes" verantwortlich war, in dem sozialkritische Themen wie Rassismus, Korruption und Ausbeutung der Arbeiter im Mittelpunkt standen. Übrigens ein Werk, das es immer noch nicht in meine Sammlung geschafft hat, obwohl es erst voriges Jahr in zwei schicken TradePaperbacks von DC wiederaufgelegt wurde. (Weihnachtszaunpfahl! *ggg*)

Es folgt ein zweiseitiger Prolog zur Hush-Storyline, die von Zeichnergott Jim Lee gezeichnet wurde und mein spätes Interesse an Batman 2003 weckte. Falls es jemand lesen will: "Batman: Die neuen Abenteuer" #1-6, die alle 12 US-Hefte enthalten, habsch hier rumliegen, echt gute Story.

Eine WG-Mitbewohnerin liess ich ein paar Seiten der folgenden Geschichte lesen, nachdem sie sich über Silver-Age-Batman kaputtgelacht hatte. Ihr Lachen erstarb zeitgleich mit Barbaras Fähigkeit, zu Laufen. "The Killing Joke" ist ein gnadenlos fesselnde Geschichte über den Ursprung und Irrsinns des Jokers und zählt zurecht zu den absoluten Highlights in Batmans Comic-Geschichte. Im wahrsten Sinne des Wortes eine "Wahnsinns"-Story, unbedingt lesenswert. Ex Batgirl Barbara Gordon (die Tochter von Commisoner Gordon) sitzt noch heute im Rollstuhl und ist als Informations-Brokerin "Oracle" eine wichtige Unterstützungsheldin für alle Helden des DC-Universums und bildet mit Black Canary und Huntress DCs Girl-Goup "Birds of Prey". Jokers Karrierebeginn als "Red Hood" ist aktueller denn je, in den aktuellen (deutschen) Ausgaben treibt ein neuer Red Hood sein Unwesen in Gotham City und ich fluche heute noch, daß ich Depp wieder über einen Spoiler gestolpert bin und schon weiß, welche Überraschung sich unter der Maske verbirgt. Wenn ich mal richtig Geld verdiene, werde ich komplett auf US umsteigen, dann passiert mir sowas nicht mehr...

Die letzte Geschichte nimmt ein Drittel des Bandes ein und ist nicht minder hervorragend. "Batman Year One" erzählt Bruce Waynes Anfänge als Batman und diente als Inspiration für den aktuellen Film "Batman Begins". Autor ist Frank Miller, der nicht nur Sin City Fans ein Begriff sein sollte, sondern auch Marvels Daredevil neu definierte. Er zeigt Gotham als das korrupte Drecksloch, das es ist; wir begleiten nicht nur einen zu allem bereiten Batman auf seinem Weg, sondern auch den einzigen "guten" Cop Jim Gordon und Hure Selina Kyle...

Am Ende bekommen wir noch ein kleines Schwarz-Weiss-Schmankerl präsentiert, war wohl noch bissl Platz im Band. :)

Gerne hätte ich "Death in the Family" in diesem Band gesehen, die Geschichte, in der Jason "Robin II" Todd nach Leserwahl sterben musste oder eine Ausgabe der aktuellen "Superman & Batman" - Serie, in der der Kontrast zwischen Strahlemann Superman und Einzelgänger Batman portraitiert wird. Gibt ja immer diese netten Vergleiche: Was ist die Maske, was die wahre Identität? Bei Superman heisst es, Clark Kent ist das Ich, Superman die Maske, bei Batman andersrum... ich schweife ab. Aber hey, es geht immerhin um Batman, außerdem hätte DitF nicht reingepasst und von Supes/Bats gibts auch fast nur Mehrteiler.

Bislang mein persönliches Glanzstück der Reihe und das nur wegen Killing Joke und Year One. Lasst Euch nicht von Witzfigur-Batman im Weltraum abschrecken. Fangt von mir aus direkt mit Killing Joke an. Aber lest! :)

Messebericht Comic Action / SPIEL Essen 2005

Unter http://www.tu-chemnitz.de/~bect/CA2005 findet ihr meinen persönlichen Messebericht der SPIEL / CA 2005 in Essen.

Kommentare, Verbesserungsvorschläge, Gemotze hierher oder per Mail an mich. Viel Spaß beim Lesen :)

FAZ-Comic Klassiker #4: Die Fantastischen Vier


Sinnvollerweise ist Band 4 der Reihe den Fantastischen Vier (desweiteren nur noch als FV bezeichnet) gewidmet, "Marvel's First Family". Ja, die waren eher da als Smudo und Co ;). Hier kann ich wieder etwas mehr schreiben als bei den Peanuts und Eisenherz, und ich werde auch hier versuchen, ein paar Hintergründe zu den einzelnen Geschichten sowie den vermutlichen Auswahlgrund zu vermitteln.

Erstmal aber ein paar Dinge vorneweg. Das Vorwort. Naiverweise erwartete ich ja ein Vorwort ähnlich jenem des Superman-Bandes, mit etwas Information zur Figur, den Schöpfern usw. Herr Bahners (der auch schon das Vorwort zu den Peanuts schrieb) präsentiert uns hier aber einen so abgehobenen Schrieb, daß ich mich geradezu durchquälen musste. Ich bilde mir ja nun doch ein, einigermaßen bewandert in den US-Mainstream-Comics der beiden großen Verlage Marvel und DC zu sein und schrecke auch vor etwas "gehobenem" Niveau in der Schriftsprache nicht zurück. Trotzdem war mir das Vorwort mindestens 2 Ebenen zu hoch. Der Ansatz, die FV als Superhelden des "Jetzt" zu charakterisieren, mag ja durchaus gerechtfertigt sein (immerhin hat es Meister Kirby selber so gesagt), aber das über 10 Seiten auszuwalzen und dabei mit Sätzen wie "Der Allmachtstraum des verrückten Wissenschaftlers konnte sich erfüllen durch Rückführung der Schöpfung in den Zustand der Formlosigkeit." um sich zu werfen... man möchte meinen, jede Ausgabe der FV wäre rin Meisterwerk der Weltliteratur, das über 50 Ebenen interpretiert werden kann. Und das finde ich dann doch ein Mü zu hoch gegriffen. Aber wahrscheinlich bin ich bloß zu blöd, das alles zu verstehen. Allerdings dürfte das dann die Zielgruppe der Reihe auch sein.

Wer das Vorwort toll fand, wird von der ersten Geschichte (Fantastic Four #1, 1961) sicherlich fürchterlich enttäuscht sein, denn wir befinden uns im herrlichsten Silver-Age oder von mir aus auch dem "Marvel-Age", wie es von Stan Lee gerne bezeichnet wird, der Comics. Die FV werden heute zusammen mit Spider-Man als DIE Vorreiter des sog. "Marvel-Way" angesehen, da sie die ersten "menschlichen" Superhelden waren, etwas, das den Verwandten bei DC damals noch fehlte. Die FV verfügen nicht nur über fantastische Kräfte, sie sind auch eine Familie mit all ihren Problemchen, auf die ich später noch zu sprechen komme. Ich muss ja zugeben, daß die Entstehungsgeschichte der Vier etwas dämlich anmutet, aber die Käuferschaft damals muss es geliebt haben. Menschen wie Du und ich fliegen mal eben ins All und bekommen durch böse Strahlung Kräfte, die den vier Elementen entsprechen. Schon in der ersten Geschichte bemerken wir auch, daß die FV keinen Hehl aus ihren Identitäten machen (womit sie ziemlich alleine dastehen im Marvel-Universum und ihnen schon dicke Probleme eingebracht hat). Moleman ist allerdings einer der bescheuertsten Bösewichte ever, getoppt nur noch von Stilt-Man (einem Gegner Daredevils).

Schon in der nächsten Geschichte (ich definiere mal frech die 4 Geschichten aus FF #48-#51 von März bis Juni 1966 als eine) bekommen wir einen der größten und wichtigsten "Schurken" des Marvel-Universums präsentiert: den Weltenverschlinger Galactus (der hier bei seinem ersten Auftritt noch ein echter Zwerg ist). Galactus brachte dem Marvel-Universum nicht nur seine erste kosmische Über-Gefahr, in die sich sogar der sonst so Prime-Directive-freudige Uatu der Wächter einmischte, sondern auch die "kosmische Heulboje", den Silver Surfer, der später seine eigene Serie bekam. Überhaupt werden wir bombardiert mit einer Unmenge von Charakteren, allesamt tatsächlich wichtige Freunde und Gegner der FV - dürfte einer der Auswahlgründe sein, natürlich neben des Kultstatus dieser Geschichte. Da haben wir die Gruppe der Inhumans, Johnnys Studienkumpel Wyatt Wingfoot und natürlich die blinde Alicia Masters, die Freundin des Ding. Neben der Abwendung der drohenden Gefahr durch den "Devourer of Worlds" merkt die Leser, was die FV noch so beschäftigt: Sue ist unzufrieden mit Reed, der nur am Arbeiten ist, Johnny leidet unter seiner Berühmtheit und Ben kommt sich wegen seines Äußeren ungenügend für Alicia vor. Genau diese "Alltagsprobleme" sind es, die den Erfolg der FV ausmachten. Und das herrliche Gepöbel zwischen Johnny und Ben ist bis heute geblieben.

Die nächsten drei Geschichten (FF #236,246,247 von 1981 und 82 - nicht 86, wie fälschlicherweise im Inhaltsverzeichnis geschrieben) befassen sich mit einem anderem Gegner: Doctor Doom. Der latverianische Despot und frührere Studienkollege Reed Richards' ist selbsterklärte Erz-Nemesis der F4 und der Inbegriff des klischeeigen Evil Overlord schlechthin. Arrogant und überheblich spielt er lieber mit seinen Opfern, anstatt sie einfach mal abzuknallen, wie man an der Geschichte um die Mini-Stadt erkennen kann. Nichtsdestotrotz müssen sich die Vier im dritten Teil mit ihm verbünden, um ein größeres Übel zu bekämpfen. Auch die Feindschaft zu Doom dauert bis zum heutigen Tage an, sooft der Monarch auch schon besiegt war... (auch etwas, das man schön in diesen Geschichten sieht, der bleibt NIE besiegt).

Die letzte Geschichte aus Fantastic Four (Vol. 3) #35 und 36 aus dem Jahre 2000 (und wieder falsch im Band, dort steht 2002) katapultiert uns die Gegenwart. Viel hat sich allerdings gar nicht geändert, zumindest nicht, was den Umgang der Vier untereinander betrifft. Sicherlich wurde diese Geschichte nicht wegen der Handlung um Diablo (noch so ein IMO recht armseliger Gegner, der hier allerdings erstaunlich "gut" zurande kommt) ausgewählt, sondern aufgrund der Nebenhandlung um den Verkauf der Patente. Die FV wohnten nach ihrer Rückkehr aus der Parallelwelt, die ihr Sohn Franklin für sie und weitere Helden des Marveluniversums (wie die Rächer und den Hulk) geschaffen hatte, nachdem sie offenbar im Kampf gegen Onslaught starben (ein tödliches Monster, entstanden aus dem Geist Professor Xaviers und Magnetos, in meinen Augen das letzte gut geschriebene Mega-Crossover im Marvelverse... aber ich schweife wieder mal ab) nicht mehr im Baxter Building (welches von den Thunderbolts zerstört wurde), sondern an Pier Vier, einer umgebauten Lagerhalle im Hafen. Schön zu sehen ist an der Geschichte auch, daß Helden wie Spider-Man und Daredevil gleich um die Ecke wohnen und man so ein "geschlosseneres" Universum vorfindet, was bei DC allerdings seit langem auch so ist.

Schade, daß es keine Ausgabe von "4", der recht neuen Zweitserie der Vier unter dem Sublabel "Marvel Knights" in den Band geschafft hat. MK4 ist IMO die bessere FV-Serie, da sie sich noch mehr auf den persönlichen Aspekt der Helden bezieht, während sie in der eigentlichen Serie im Moment eher fantastische Abenteuer im Weltraum und fremden Dimensionen erleben. Bis auf die Galactus-Story kannte ich auch alle Geschichten aus früheren Marvel-Deutschland-Publikationen, aber damit muss man halt rechnen ;o). Ich persönlich fand den Superman-Band interessanter (nicht zuletzt wegen dem sinnvolleren Vorwort), nichtsdestotrotz bietet dieser Band einen guten Schnitt durch die Abenteuer der wohl wichtigsten Superheldenfamilie ( Nein, nicht die Incredibles. :)) und liest sich "fantastisch".