Montag, 1. September 2008

Das Leiden hat ein Ende (2)

So. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Diplomarbeit wurde heute in doppelter Ausfertigung erfolgreich abgegeben. Mit schriftlicher Bestätigung und allem drum und dran. Jetzt nur noch ne Verteidigung Mitte Oktober und ich bin FREI FREI FREI von der Last der Diplomarbeit!

Ganz ehrlich, Diplomarbeiten gehören verboten. Oder nur zur Pflicht für Leute, die promovieren wollen. Ich bin weder der Fast-Papa, noch der Computer-Linguist, trotzdem hab ich an dem Teil geackert wie ich noch nie an was geackert habe. So insgesamt betrachtet. Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich grade eine erste Recherche fertig und die ersten Ideen formten sich frisch. Ich wurde dann nach und nach von der furchtbaren Realität eingeholt, dasses alles irgendwie schon gab und ich keine umwerfend neuen Ansätze präsentieren konnte. Übrig blieb dann ein Rest, der nun der Kern der Arbeit ist und um den sich kontinuierlich andere Dinge aufgebaut haben. Anfang November gings dann richtig los, da fing ich nämlich mit der Implementation an - sehe das gerne als tatsächlichen Startschuss der Arbeit (der frühstmögliche wäre Juli '07, der offizielle März '08), denn ab da nahm das Elend seinen Lauf und mein Betreuer bekam wöchentliche Statusberichte.

Ende des Jahres war ich gut vorangekommen, musste aber feststellen, daß sich die Vorstellungen meines Betreuers irgendwie doch sehr von den meinen unterschieden. Wir trafen uns dann irgendwo in der Mitte und von den ersten richtig heftigen "Auweia, das wird alles Mist!"-Panikattacken mal abgesehen gings auch recht gut und arbeitsintensiv weiter - bis ich einen Vortrag über mein System vor dem Professor (plus Mitarbeitern und anderen armen Diplomanden wie mir) halten musste und der mich zwar nicht direkt runtergeputzt aber doch eher zweifelnd kritisiert hat. Muss zugeben, ich weiß bis heute nicht, was genau ihm nicht gefallen hat. Resultat war ein total fertiger Batch, der seine ganze Arbeit und vor allem den psychologischen Hintergrund (ist ne fachübergreifende Arbeit) komplett in Frage stellte.

Wir beschlossen dann, einen Musikpsychologen ins Boot zu holen, der mal eben locker all meine Zweifel zerstreute und ziemlich angetan von meinem System war. Letztendlich stellte sich zwar doch heraus, daß wir an einigen Stellen aneinandervorbeigeredet hatten und ich einen ganzen Berg an zusätzlichem Kram einbauen musste, aber der Aufwand hat sich letztendlich doch gelohnt, da so einiges an Substanz für die Arbeit gewonnen wurde. Außerdem kann so der Prof nicht meckern, ich hab fachlichen Backup :).

Richtig gut gings mir aber trotzdem nicht. Laufend Zweifel und Panikattacken, je näher die Deadline (heute ;) ) rückte. Jeder kleine Fehler oder jede Unzulänglichkeit wurde zum großen "Ohje, deswegen fall ich bestimmt durch"-Moment, jedes Mal haben mich die Betreuer wieder beruhigt. Ich hab zwar sehr selten mehr als 8 Stunden am Tag gearbeitet, aber es gab Wochen, in denen ich täglich 6 dran gesessen habe, inklusive Wochenende. Meine eigenen Meilensteine hab ich sowas von nicht einhalten können - nur das Schreiben der Arbeit ging dann doch besser als ich dachte. So war ich "eigentlich" Anfang August durch, trotzdem hab ich bis inklusive gestern immer und überall noch Kleinkram gefunden, der mich nervös gemacht hat. Mein Betreuer meinte letztens, daß er bald "einen Grad schlechter bei jeder Sorge, die jetzt noch kommt von Dir" einführen würde ;).

Aber naja, das Ding ist abgegeben, das System läuft sowohl lokal als auch auf dem Uniserver und unter verschiedensten Betriebssystemen und Browsern, kann eigentlich nix mehr passieren. In 6-8 Wochen ist alles überstanden :).

Kommentare:

Julie hat gesagt…

na dann kann man nur ganz ganz laut "herzlichen Glückwunsch!!!!" in deine Richtung brüllen ^^

Batch hat gesagt…

besten Dank :).

Wobei wir es natürlich nicht beschreien wollen, immerhin steht die Verteidigung noch aus. ;)